Wirtschaftliche Entwicklung ist die beste Entwicklungshilfe

Arbeitslosigkeit, Missernten, schlechte medizinische Versorgung, Bildung für einige wenige und Kinderarbeit: Die Schweiz war lange Zeit das Armenhaus Europas, ein Auswanderungsland. Heute sieht es anders aus – nicht nur in der Schweiz: Weltweit leben rund zehn Prozent der Weltbevölkerung in absoluter Armut, 1970 waren es noch etwa sechzig Prozent. Die Kindersterblichkeit hat signifikant abgenommen, die Analphabetenrate ebenso. Immer mehr Menschen leben in Demokratien. Möglich wurde dies durch freiwillige und vorbildliche Zusammenarbeit von Unternehmen, Staaten, NGO’s und der lokalen Bevölkerung, und nicht zuletzt: durch wirtschaftliche Entwicklung. Der ehemalige UNO-Generalsekretär, Kofi Annan, meinte: «Es ist das Fehlen und nicht das Vorhandensein von breit angelegten wirtschaftlichen Aktivitäten, welches für das Leiden eines beträchtlichen Teils der Menschheit verantwortlich ist.»

«Es ist das Fehlen und nicht das Vorhandensein von breit angelegten wirtschaftlichen Aktivitäten, welches für das Leiden eines beträchtlichen Teils der Menschheit verantwortlich ist.»

Kofi Annan, ehemaliger UNO-Generalsekretär

Schweizer Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag

Die Initianten der Unternehmens-Verantwortungs-Initiative (UVI) blenden diese Fakten aus. Wirtschaft bedeutet für sie ausschliesslich Zerstörung. Das zeigt sich an der einseitigen Fokussierung auf die immer gleichen Negativbeispiele. Dabei haben gerade Schweizer Unternehmen im Ausland einen exzellenten Ruf. Sie sind gern gesehene Investoren, Steuerzahler, Lehrbetriebe, Arbeitgeber, Innovationstreiber und bieten im Ausland mehr als zwei Millionen Menschen und deren Familien ein Einkommen – die indirekt geschaffenen Arbeitsplätze bei lokalen Zulieferfirmen sind hier noch nicht eingerechnet. Insbesondere in Entwicklungsländern sind die Herausforderungen für Unternehmen aber unbestritten gross.

Langfristige Verbesserung

Die UVI fordert nun, dass Schweizer Unternehmen Menschenrechte und Umweltstandards bei ihren Geschäftspartnern weltweit durchsetzen. Kleine Unternehmen in Entwicklungsländern sind aber oft gar nicht in der Lage oder willens, Schweizer Standards von heute auf morgen umzusetzen. Unsere Unternehmen schliessen daher mit ihren Zulieferern langfristige Vereinbarungen zur nachhaltigen Verbesserung der Situation von Mensch und Umwelt ab («Dieses Jahr Fluchtwege, nächstes Jahr Brandmelder, übernächstes Jahr Recyclingkonzept, dann Lehrlingswesen» usw.).

Positive Entwicklung nicht gefährden

Wenn nun aber Schweizer Unternehmen plötzlich für Fehler zahlen müssen, weil ihre lokalen Geschäftspartner Schweizer Standards nicht sofort erfüllen können, werden sie ihre Investitionen zurückfahren, da sie mehr Geld für Juristen und Kontrolleure aufwenden müssen. Möglicherweise werden sie gezwungen, das Land ganz zu verlassen oder mit finanzstarken Konzernen zusammenzuarbeiten, die über eine genügend grosse Rechtsabteilung verfügen. Kleine Firmen würden von grossen Konzernen aufgekauft oder verlören ihre Aufträge. Das ist einfach eine nüchterne Betrachtung der Situation. Oder würden Sie mit jemandem zusammenarbeiten, den Sie zwar nicht kontrollieren können, für dessen Verfehlungen Sie aber geradestehen müssen? Genau das fordert die UVI. Die entscheidende Frage ist nun: Nützt es etwas, wenn sich Schweizer Unternehmen aus ganzen Weltregionen zurückziehen oder Lieferantenbeziehungen abbrechen? Und wer wird in die Lücke springen? Ist es wirklich ein Fortschritt, wenn Lehrlingsprogramme, Schulprojekte usw. beendet werden, die Schweizer Unternehmen an ihren Produktionsstandorten in Entwicklungsländern umsetzen? Gefährden Sie am 29. November die bisher erzielten Fortschritte nicht und stimmen Sie NEIN zur schädlichen UVI.

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