Die Initiative nimmt ein wichtiges Anliegen auf, schiesst aber weit übers Ziel hinaus. Gerade die wirtschaftliche Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten in vielen Regionen dieser Welt für einen grossen Fortschritt und die Reduktion von Armut gesorgt. Der Schlüssel lag dabei in der Kooperation von Unternehmen, Staaten und NGO. Das würde mit der Initiative jäh zerstört. Die extreme Haftung würde Unternehmen mit Sitz in der Schweiz zwingen, ihr Risiko neu einzuschätzen. In Ländern mit schwachen staatlichen Strukturen, laschen Gesetzen und anderen Normen wäre der Fall bald klar. Schweizer Unternehmen mit ihren bereits hohen Standards würde sich aus diesen Entwicklungsländern zurückziehen. In die Bresche springen würden Investoren aus China, Russland, den USA oder den Golfstaaten, denen Umwelt und Menschenrechte egal sind.

Die Verlierer wären Bauern, Gewerbler und Produzenten in Entwicklungsländern und ihre Familien. Sie stünden wirtschaftlich schlechter da und ihre Umwelt würde zweifelsohne stärker belastet. Das wäre auch ein enormer Rückschritt in der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Statt Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten, würde man die Menschen in Entwicklungsländern im Regen stehen lassen.

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